05.04.2018

1.830 Oberammergauer wollen 2020 bei den 42. Oberammergauer Passionsspielen mit dabei sein!

+++ Am 31. März ist die Anmeldefrist für alle mitwirkungsberechtigten Oberammergauer abgelaufen. 1.830 Bürger haben sich angemeldet und wollen 2020 bei den weltweit berühmtesten und größten Passionsspielen mit auf der Bühne stehen +++ Die Bekanntgabe der Rollen ist am 20. Oktober 2018 geplant +++

Die Passionsspiele in Oberammergau ziehen alle zehn Jahre hunderttausende Besucher aus der ganzen Welt an. Schon jetzt mussten sich die Einwohner des Dorfes im Ammertal für die Mitwirkung bei den nächsten Passionsspielen anmelden und registrieren lassen. Insgesamt 1.830 Einwohner sind der Aufforderung der Gemeinde Oberammergau nachgekommen und haben ihr Interesse zur Mitwirkung erklärt. Erstmals in der fast 400-jährigen Geschichte wollen genauso viele Frauen, wie Männer am Passionsspiel teilnehmen. Im Vergleich zu den letzten Passionsspielen im Jahr 2010 ist die Zahl der Anmeldungen auf einem sehr hohen Niveau konstant geblieben. Für die Mitwirkung gilt in Oberammergau ein sogenanntes „Spielrecht“. Nicht jeder der 5.200 Einwohner in Oberammergau darf mitmachen.

Das Spielrecht besagt, dass man in Oberammergau geboren und aufgewachsen sein muss oder seit mindestens 20 Jahren im Dorf wohnt. Es wird damit gerechnet, dass 2020 zusätzlich noch über 500 Kinder mitwirken werden. Diese werden aber zu einem späteren Zeitpunkt erfasst. Insgesamt werden dann erneut über 2.000 Oberammergauer am Spiel mitwirken.

Das Spielrecht für die Passionsspiele in Oberammergau unterlag immer einem Wandel. So wurden beispielsweise bis 1984 verheiratete Frauen und Frauen über 35 Jahren von der Mitwirkung bei den Passionsspielen ausgeschlossen. Nach einer abgewiesenen Popularklage klagten drei Oberammergauerinnen 1988 erneut vor dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof, der letztlich 1990 entschied, dass es rechtswidrig war, Frauen das Mitwirkungsrecht an den Passionsspielen zu verweigern.

Auch für die Passionsspiele 2000 wurde das Spielrecht erneut geändert. Bis dahin musste jeder Mitwirkende einer christlichen Religionsgemeinschaft angehören. Seit dem Jahr 2000 dürfen auch konfessionslose Mitbürger und Angehörige anderer Religionsgemeinschaften mitwirken. So nahmen damals die ersten Oberammergauer mit muslimischem Glauben teil.

2018 gehen die Vorbereitungen für die 42. Passionsspiele 2020 unter der Regie von Christian Stückl in die heiße Phase. Ein Höhepunkt für alle Oberammergauer auf dem Weg zur Passion 2020 ist der Festgottesdienst auf der großen Freiluftbühne des Passionstheaters am 20. Oktober dieses Jahres. Dabei wird an das Gelübde aus dem Jahr 1633 erinnert und im Anschluss werden die Darsteller der 42. Passionsspiele öffentlich bekannt gegeben und vorgestellt. Neben den großen Figuren Jesus, Maria, Petrus, Judas, Pontius Pilatus und Kaiphas gibt es 120 größere und kleinere Sprechrollen, des weiteren Soldaten, Priester und das Volk von Jerusalem. Im November 2019 beginnen die acht Monate dauernden Proben mit über 2.000 Mitwirkenden.

Die Spiele gehen zurück auf ein Gelübde aus dem Jahr 1633. Damals gelobten die Oberammergauer in jedem zehnten Jahr das Leiden und Sterben Christi aufzuführen, wenn niemand mehr an der Pest sterben sollte.

Insgesamt erwartet Oberammergau 450.000 Besucher an 103 Spieltagen. Das weltweit erfolgreichste Laienspiel erzählt seit 1634 die Geschichte der letzten Tage Jesu von Nazareth. Wie Christian Stückl erläutert, wird das nächste Passionsspiel 2020 ein völlig neues Erscheinungsbild haben. „An der Aufführung ändert sich jedes Mal enorm viel“, sagt Christian Stückl, der 2020 bereits zum vierten Mal  Spielleiter der Oberammergauer Passionsspiele sein wird. „Da die Passionsspiele alle zehn Jahre stattfinden, muss ich den Text immer neu schreiben, die Geschichte neu erzählen. Es fließen Erkenntnisse mit ein, die ich beim letzten Spiel gewonnen habe und es muss auch die jeweilige Zeit und die politischen Umstände wiederspiegeln."

In einer großartigen Gemeinschaftsleistung entstehen, nach Entwürfen von Stefan Hageneier, neue Kostüme und Bühnenbilder. Markus Zwink, der Musikalische Leiter der Spiele wird die Musik bearbeiten und in den nächsten Monaten die 120 Chormitglieder und das 70-köpfige Passionsorchester besetzen. Die fünfstündige Aufführung beginnt nachmittags mit dem Einzug in Jerusalem und erzählt die Passionsgeschichte über das Abendmahl bis hin zur Kreuzigung. Sie endet in den Abendstunden mit der Auferstehung. Insgesamt sind 103 Vorstellungen geplant, die Premiere ist am 16. Mai und die letzte Aufführung findet am 4. Oktober 2020 statt. 

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