Das Passionsspiel in Oberammergau erzählt eine 2000 Jahre alte, aber dennoch hoch aktuelle Geschichte. Denn für die am Passionsgeschehen beteiligten biblischen Personen werden im Zusammenhang mit dem Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu existenzielle Themen bedeutsam, mit denen Menschen immer wieder in Berührung kommen. Sie müssen mit ANGST umgehen, erfahren oder üben (mangelnde) SOLIDARITÄT. Sie sehen sich MACHT und OHNMACHT ausgesetzt. Und sie suchen eine Antwort auf die Frage: Wer oder was gibt mir HOFFNUNG?

In Form von vier „Wirtshausgesprächen“ möchten wir diese lebensrelevanten Themen aufgreifen und so auf die Inhalte des Passionsgeschehens einstimmen. Jeweils an einem Freitagabend dazu laden wir ins neben dem Passionstheater gelegene Theatercafé ein. Hier kommen ein prominenter Gast und ein JournalistIn des Bayerischen Rundfunks miteinander ins Gespräch, ehe auch die BesucherInnen – die vor Beginn der Veranstaltung eine Brotzeit einnehmen können – die Gelegenheit erhalten, sich am Austausch zu beteiligen.

Der Eintritt ist jeweils frei, eine Spende möglich. Eine Anmeldung bis zum Vortag der jeweiligen Veranstaltung wird empfohlen: Katholisches Kreisbildungswerk GAP, Tel. 08821. 58 50 1, info@kreisbildungswerk-gap.de oder Katholisches Pfarrbüro, Tel. 08822 . 92 29 0, oberammergau-katholisch@web.de

HOFFNUNG
Johannes Reichart im Gespräch mit Staatsministerin Kerstin Schreyer
16. November 2018, 20 Uhr

„Solange wir atmen, hoffen wir“, lautet ein lateinisches Sprichwort.
Dementsprechend begegnen uns in nahezu allen Bereichen unseres Lebens sogenannte Hoffnungsträger: Einzelne Politiker werden als Hoffnungsträger gefeiert. Besonders begabte Sportler zu Erfolgsgaranten hoch stilisiert. Und die Werbebranche preist sogar bestimmte Produkte gleichsam als Hoffnungsträger an, die uns ein angeblich angenehmeres, besseres und längeres Leben verheißen. Wer oder was lässt mich hoffen? – Diese Frage stellt sich aber besonders in den existenziellen Situationen unseres Lebens. Und sie bewegt daher wohl irgendwann jede / n von uns. Angesichts einer schweren Erkrankung beispielsweise. Inmitten einer materiellen oder seelischen Notlage. Im Hinblick auf die Endlichkeit unseres Lebens. Oder auch in Bezug auf so manche gesellschaftliche Herausforderung und die drängenden Probleme in unserem Land…

MACHT UND OHNMACHT
Wolfgang Küpper im Gespräch mit Schauspielerin Monika Baumgartner
25. Januar 2019, 20 Uhr

„Der Ober sticht den Unter“ – Wer kennt das nicht? Und wer steht nicht selbst lieber oben als unten? „Macht“ ist eine entscheidende Komponente in unserer Welt und unserem Leben. Sie übt einen verführerischen Reiz aus. Und per se ist sie auch gar nichts Schlechtes. Denn Macht kann durchaus Gutes erwirken. Wo sie verantwortungsbewusst und zum Wohle der Allgemeinheit ausgeübt wird. Gleichwohl verbinden sich mit Macht oft auch Begriffe wie „Machtbesessenheit“, „Machtkampf“ oder „Machtmissbrauch“. Im Großen wie im Kleinen. Doch auch das Gegenteil von Macht kennen wir alle: das Gefühl von Ohnmacht. Gegenüber Willkür. Bei Schicksalsschlägen. Inmitten der Mühlen des Alltags. Angesichts von Erwartungen und Zwängen. In Bezug auf gesellschaftliche und politische Entwicklungen… Und auch das gibt es: Die Macht der scheinbar Ohnmächtigen.

ANGST
Karin Wendlinger im Gespräch mit Erzabt Wolfgang Öxler OSB, St. Ottilien
15. März 2019, 20 Uhr

„Fürchtet euch nicht!“ – So steht es insgesamt 365-mal in der Bibel. Für jeden Tag einmal. Wenn das so einfach wäre. Schließlich gehört Angst zu den Grundgefühlen des Menschen. Angst kann sogar lebensrettend sein. Umgekehrt kann Angst aber auch krank machen. In jedem Fall ist Angst sehr belastend. Das kennen wir alle. Wie also mit der Angst umgehen? Der Angst vor der Zukunft. Der Angst vor dem Versagen. Der Angst vor einer schlimmen Diagnose. Der Angst vor dem Tod... Was hilft in der Angst? Gegen die Angst? Vor Arbeitslosigkeit. Vor wirtschaftlichem Abstieg. Vor Terroranschlägen. Vor Überfremdung…

SOLIDARITÄT
Achim Bogdahn im Gespräch mit Kabarettist Christian Springer
24. Mai 2019, 20 Uhr

„America first“ – Dieser Ausspruch des amerikanischen Präsidenten ist mittlerweile fast schon zum geflügelten Wort geworden. Und er spiegelt eine weit verbreitete Haltung wider: Auch in Europa ist ein aufkeimender Nationalismus festzustellen, etwa wenn sich einige Staaten weigern, Flüchtlinge aufzunehmen. Doch auch sonst sind zunehmender Egoismus und wachsende Rücksichtslosigkeit in vielen Bereichen zu beobachten. Das beginnt schon im Straßenverkehr... Umgekehrt begegnen wir aber auch viel Solidarität. Zahlreiche Menschen engagieren sich in verschiedensten Bereichen – oft ehrenamtlich und in ihrer Freizeit. Sie setzen sich für Andere ein – mit aller Kraft und gegen jeden Widerstand. Sie helfen – wo sie helfen können.

Veranstalter der Wirtshausgespräche:
Katholische Pfarrei St. Peter und Paul, Oberammergau
Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde, Oberammergau
Katholisches Kreisbildungswerk Garmisch-Partenkirchen e.V.
Evangelisches Bildungswerk im Dekanat Weilheim e.V.
Eigenbetrieb Oberammergau Kultur

Weitere Informationen zum kirchlichen Begleitprogramm finden Sie unter www.pfarrverband-oberammergau.de/passionsseite.

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